So fing es 2009 an

 

 

Es fing ja alles ganz harmlos an mit den Mopetisten und  ihrer Schwäche für das absolute Biker-Abenteuerland Norwegen. Im Mai 2009 - damals gab es die vier Mopedologen in der heutigen Zusammensetzung noch gar nicht -  taten sich der spätere „Norwegische  Elektriker“ (Kawa Versys) und der spätere  „Philosoph“ (Honda Africa Twin) zusammen.  Die Zwei planten  eine Moped-Reise der etwas anderen Art. Mal weg von den meist elendig geraden Strecken der norddeutschen Tiefebene, mal dort hin, wo die Straßen nur aus Kurven bestehen, wo man eine phantastische, fast  menschenleere   Landschaft durchquert, die ehrfürchtig macht. Nach Süd-Norwegen also! Wie gut, dass der „Norwegische Elektriker“ sich dort schon  etwas auskannte. Also düsten sie im Mai 2009 mit ihren bepackten Maschinen ab in den rauen Norden.


 

 

Hier  der damalige kurze Reisebericht 
vom „Norwegischen Elektriker“:

Mittwoch, 7.30 Uhr, wir passieren die dänische Grenze bei Flensburg mit Kurs Hirtshals. Der dänische Fährhafen an der Nordsee ist von der Grenze noch 375 Kilometer entfernt. Fast alles Autobahn. Na ja, es geht wenigstens schnell. Dort startet um 12.15 Uhr die erst vor einem Jahr in Dienst gestellte hochmoderne Schnellfähre der norwegischen Reederei ColorLine über den Skagerrak nach Kristiansand. Nur  gut drei komfortable Stunden an Bord  des  220 Meter langen Schiffes vergehen - und wir brausen bereits über norwegische Straßen. Auf der zweispurigen Fernverkehrsstraße 9 geht es stramm Richtung Norden. In Evje wollen wir in der Jugendherberge übernachten. Später nutzen wir gemütliche Miethütten. Alle zehn Minuten begegnet uns mal ein Pkw. Abseits der Hauptstraße kann dann schon eine Stunde vergehen. Biker sind Ende Mai noch eine echte  Rarität. Lieblich die mit Seen garnierte Landschaft. Vor Elchen wird auf Schildern gewarnt.

 

Meterhoher Schnee in 1000 Metern Höhe

Am nächsten Morgen ist es nach einer guten Motorradstunde vorbei mit der Lieblichkeit. Jetzt wird es sehr rau. In Nomeland biegen wir links ab vom Riksveg 9 Richtung Stavanger übers Sirdal-Gebirge. Dieser Gebirgszug bietet eine der spektakulärsten Strecken Süd-Norwegens. Oft bis in den Juli und August hinein liegt hier reichlich Schnee. Dabei ist der am höchsten gelegene Pass gerade mal gute 1000 Meter hoch. Das verrät uns unser Navigator, ein wasserfester Becker-Crokodile. Einspurig schraubt sich die asphaltierte Straße höher und höher. Immer wieder stockt uns angesichts der dramatischen Landschaft der Atem. Schon bald  haben wir bei Regen den ersten Schnee vor uns. Die Temperatur liegt bei 8 bis 12 Grad plus. Schließlich türmt sich die weiße Pracht an einigen Stellen links und rechts der Straße bis zu zehn Meter (!) auf. Wir fühlen uns ziemlich klein. Übrigens: Flensburg ist Luftlinie nur 500 km entfernt!


Aber endlich mal werden die Motorradreifen nicht eckig abgefahren, wie sonst im elend geraden Norddeutschland - sondern richtig rund, so wie es sich gehört. Über Joerpeland und Nesvik cruisen wir tags darauf  bei herrlichstem Sonnenschein durch eine endlos reichende  Schneelandschaft mit spitzen Gipfeln, glitzernden Eisseen und vielen Tunneln Richtung E134. Die Straße ist ein perfektes Band – und wir sind fast immer allein. Die beiden Twins singen ihr herrlich brummendes Lied. Das Thermometer zeigt 20 Grad. Das schreit nach längeren Pausen in der  wärmenden Sonne. Runter die Klamotten! Durstig? Aus den vielen Wasserfällen links und rechts der Straße schlürfen wir das köstliche Nass. Jetzt müssten uns nur noch gegrillte  Hühnerschenkelchen zufliegen... Na gut, 80 Kilometer weiter gibt es eine Tanke mit wirklich guten Burgern, immerhin. Ganz besonders nett ist die Tankwartin. Sie freut sich über die Abwechslung: endlich mal Kunden – und dann noch Biker aus Tyskland!

Am Sonntag, 15.30 Uhr, passieren wir die Grenze bei Flensburg. Fünf mit großartigen Eindrucken gefüllte Reisetage und knapp 2000 km liegen hinter uns. Diese tolle Tour müssen wir unbedingt noch mal machen!

(siehe auch die Fotos unter Fotos)

Die angeforderte Galerie existiert nicht.

 

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